Projekt Kanurennsport

Wie ich zum Kanurennsport kam!

Mein Sohn Sebastian ist von Kindesschuhen an begeisterter Rennkanute. Von klein auf begleiteten beide Eltern ihren Sprössling von Regatta zu Regatta.... von Zeltplatz zu Zeltplatz. 
Nachdem er 1997 überraschend Deutscher Meister im Einercanadier  über 1000m wurde, blieb er auch in der Jugend bis zur Juniorenklasse Deutschlands bester Nachwuchskanadier. Seinen größten Erfolg bis dato feierte er 2009 in Moskau, als er Junioren Vizeweltmeister im C1 über 500m wurde.
Aber das änderte sich eines Tages! Aus Jungs werden Männer und nach der Juniorenklasse kommt die Leistungsklasse!

 Nun startete er in einer Reihe mit all den Top Kanuten die Deutschland aufzubieten hatte, unter ihnen nicht wenige Welt- und Europameister.
So wurde das erste Männerjahr ein Desaster.
Zum ersten mal äußerte er den Gedanken hinzuwerfen.... aufzuhören''.
So saßen wir einige male auch mit den Trainern zusammen , und ich versuchte ihn davon abzubringen und ihn neu zu motivieren.
Bereits damals erwog er einen Wechsel auf die 200m Sprintstrecke, die neu für die 500m ins Olympische Programm gekommen war.
Aber schließlich folgte er der Argumentation seiner Trainer die auf der 1000m Strecke bessere Chancen sahen ein Olympiaticket zu erkämpfen.
Nach dem er in den Nachwuchsklassen verschiedene 2er Partner im Boot hatte, tat er sich 2012 mit Ronald Verch vom KC Potsdam zusammen um die darauf folgende Heim WM 2013 zu bestreiten.
Und tatsächlich gelang es den beiden das favorisierte Olympiasieger Boot Kretzschmer /Kuschela in den Ausscheidungsrennen zu besiegen. Der Startplatz war klar.

Nachdem sich das Duo durch Vorlauf und Semifinale ins Finale durchgekämpft hatte, reiste ein Großaufgebot der Familie und des Freundeskreises nach Duisburg um unseren Basti im Endlauf ordentlich anzufeuern.
Doch am Tag der Entscheidung lief das Boot nicht optimal. Was im Halbfinale noch wie absolute Weltklasse ausgesehen hatte, konnten die beiden im Finale auf Grund interner Probleme nicht wiederholen. Und so wurde es am Ende leider nur der 5.Rang. 




Dennoch waren wir insgesamt nicht unzufrieden. Ein 5. Platz auf der olympischen 1000m Strecke hat im Kanuverband eine hohe Reputation und reichte aus um einen A-Kaderstatus zu erlangen.

Als 2014 der Olympiasieger Peter Kretzschmar von Potsdam nach Leipzig wechselte, entstand eine neue Konstellation. Beide waren schon seit längerem befreundet und so lag es auf der Hand das beide sich entschlossen auch gemeinsam in den C2 zu steigen. Doch was Biomechaniker und Sportwissenschaftler als das zukünftige Traumduo prognostiziert hatten, funktionierte in der Praxis nur selten. Das Boot Kretzschmar / Hennig  siegte zwar noch im ersten internen Ausscheid in Kienbaum, aber in den darauffolgenden Weltcup - Rennen mussten sie sich dem Duo Verch /Ylcze geschlagen geben.
Was als ,,Traumduo''  begonnen hatte, scheiterte schließlich nicht zuletzt an zwei wohl zu übergroßen Ego's.

Im Winter 2014/2015 stürzte sich Sebastian noch einmal mit aller Härte ins Grundlagentraining. Im Trainingslager in Florida brach er alle Trainingsrekorde und absolvierte Umfänge wie nie zuvor.
Aber es kam wie es nach solchen Trainings-Exzessen zu befürchten war: Die Gesundheit machte ihm einen Strich durch die Rechnung!
Es folgte ein Infekt nach dem anderen, und am Tag der Quali - Rennen musste er seinen Start absagen.

Nun war es wieder einmal an der Zeit sich zusammen zu setzen.

Nachdem sich in diesem Jahr zwei deutsche Boote auf der olympischen 1000m Distanz etabliert hatte, standen die Chancen mit einem neuen Partner doch noch für Olympia zu qualifizieren eher schlecht.

Da gab es nur noch eine Option: Der 200m Sprint!

Und so machten wir aus der Not eine Tugend, und Sebastian entschloss sich konsequent auf die Sprintdistanz zu wechseln.
Die 200m Distanz ist relativ neu im Wettkampfprogramm und man findet nirgendwo in der Literatur trainingsmethodisches Know-how. 
Also setzte ich mich hin und entwickelte ein Grundkonzept zum Kanusprint. Dabei lehnte ich mich in vielen Punkten an das Training der 400m Sprinter an. Und Sebastian und sein Heimtrainer brachten Details zum Krafttraining und die zu beachtenden Besonderheiten des ,,Bootstrainings" mit ein. 

Als erster Schritt sollte Sebastian bei der U23 Weltmeisterschaft an den Start gehen.
Und obwohl die Vorbereitungsphase kaum länger als 6 Wochen war, konnte man erkennen das sich das Training in die richtige Richtung entwickelte.

Und obwohl die Ausgangssituation auf Grund einer Doppelbelastung im C4 nicht gut war, kämpfte sich Sebastian ins Finale in dem auch der diesjährige Europameister und der Inhaber der Weltbestzeit über 200m standen.
Auch wenn es am Ende nur zum 9. Platz reichte, sind 1,7 sec. Rückstand auf die absolute Weltspitze eine Ausgangsposition die für das nächste Jahr zu einigen Hoffnungen berechtigt.






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